Die Reform im Überblick

Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

  • Erhöhung des Frauenrentenalters ab 2018 in vier Schritten auf 65 Jahre.
  • Alle Neurentner (Frauen und Männer, die ab 2018 das Referenzalter erreichen), nicht aber die bestehenden Rentner, erhalten pro Monat 70 Franken mehr AHV – unabhängig davon, ob sie reich oder arm sind. Zusätzlich wird der Ehepaarplafonds von 150 auf 155 Prozent erhöht. Damit erhalten Ehepaare ungeachtet ihrer finanziellen Verhältnisse künftig höhere Renten. Auch hier gehen jetzige Rentner leer aus.
  • Erhöhung der Mehrwertsteuer um insgesamt 0,6 Prozentpunkte zur Finanzierung der AHV, die allerdings rechtlich an die Erhöhung des Frauenrentenalters gekoppelt ist. Die ersten 0,3 Prozentpunkte fallen per 1. Januar 2018 an. Dabei wird der auf diesen Zeitpunkt hin frei werdende Anteil aus der auslaufenden IV-Zusatzfinanzierung auf die AHV übertragen. Die zweiten 0,3 Punkte werden 2021 fällig.
  • Das sogenannte Demografieprozent wird vollständig der AHV übertragen. 1999 wurde die Mehrwertsteuer aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung von 6,5 auf 7,5 Prozent zugunsten der AHV erhöht. Von den zusätzlichen Einnahmen behält der Bund aktuell 17 Prozent für seinen gesetzlich festgelegten Beitrag an die AHV zurück.
  • Anhebung der Lohnbeiträge um 0,3 Prozentpunkte per 2021.
  • Flexibilisierung des Rentenbezugs zwischen 62 und 70 Jahren ab 2018, koordiniert für beide Säulen.
  • Senkung des Mindestumwandlungssatzes ab 2019 in vier Schritten von 6,8 auf 6,0 Prozent. Davon sind knapp 15 Prozent aller Versicherten in der beruflichen Vorsorge betroffen. Um ihr heutiges Rentenniveau sicherzustellen, sind Kompensationsmassnahmen innerhalb der beruflichen Vorsorge vorgesehen:
    • Anhebung der Altersgutschriftensätze der 35- bis 54-Jährigen um 1 Prozentpunkt.
    • Anpassung des Koordinationsabzugs: Gemäss Parlamentsbeschluss soll der Koordinationsabzug von derzeit fix 24’675 Franken künftig 40 Prozent des AHV-Einkommens entsprechen, aber dabei mindestens 14’100 Franken und maximal 21’150 Franken betragen. Das führt zu drei «Zonen» mit unterschiedlich hohen Koordinationsabzügen.

      Einkommen Koordinationsabzug Versicherter Lohn
      21'110 - 35'250 14'100 7'050 bis 21'150
      35'250 - 52'875 40% des Lohnes 21'150 bis 31'725
      52'875 - 84'600 21'150 31'725 bis 63'450
    • Übergangsgeneration ab Alter 45: Wer über 45 Jahre alt und nur obligatorisch versichert ist, erhält in der beruflichen Vorsorge eine Besitzstandsgarantie. Dieser Übergangsgeneration wird die Senkung des Mindestumwandlungssatzes mit Zahlungen aus dem Sicherheitsfonds vollständig abgegolten. In den Genuss dieser Kompensation kommen allerdings nur jene obligatorisch Versicherten, die tatsächlich bis zum Referenzalter 65 arbeiten und dann die Rente beziehen.
  • Der Freibetrag für erwerbstätige Rentner in der Höhe von 1‘400 Franken pro Monat (Einkommen, auf das sie keine Lohnbeiträge entrichten müssen) soll gestrichen werden.
  • Verschärfungen für die Lebensversicherer: Die Spar-, Risiko- und Kostenprozesse sollen neu strikt voneinander getrennt und die Risikoprämien sollen nach oben limitiert werden.